Legasthenietherapie im SCHULWERK

LRS Therapie im SCHULWERK - Foto © Anja Greiner Adam/fotolia.com Lesen und Schreiben zu können gehört zu den wichtigsten Fertigkeiten unserer Kultur. Jedoch sind etwa 4 bis 6 % - und damit ein nicht unwesentlicher Teil der Bevölkerung – von Legasthenie (auch Lese- Rechtschreibstörung (LRS)) betroffen. Darunter versteht man eine massive und anhaltende Störung des Schriftspracherwerbs. Bei Legasthenie können Lese- und Rechtschreibstörung gemeinsam auftreten, müssen es aber nicht, auch isolierte Lesestörungen sind möglich. Diese so genannte Teilleistungsstörung besteht trotz normaler oder auch überdurchschnittlicher Intelligenz. Mangelhafte Beschulung, psychische und neurologische Erkrankungen sowie Sinnesbehinderungen müssen als Ursachen ausgeschlossen sein.
Im Gegensatz zur "echten" Legasthenie können Schüler auch lediglich ein vorübergehendes legasthenes Erscheinungsbild aufweisen, das auf unterschiedliche Ursachen zurückzuführen ist, wie z. B. eine Erkrankung, eine besondere seelische Belastung, ein Schulwechsel oder häufige Lehrerwechsel in der Grundschulzeit.
Aufgrund der häufig langsamen Lesegeschwindigkeit von Schülern mit Legasthenie entstehen schnell auch Schwierigkeiten in anderen Schulfächern als Deutsch. Zudem werden die Fähigkeiten der Kinder mit Lese- Rechtschreibstörung wegen ihrer mangelhaften Rechtschreibleistung häufig unterschätzt, sodass es zu Fehleinschätzungen über die Schullaufbahn kommt. Eine genaue Diagnostik und eine intensive Förderung sind deshalb in diesem Bereich schon bei ersten Hinweisen auf Legasthenie dringend nötig.

Die Leitsymptome

Liest Ihr Kind äußerst ungern, langsam und stockend? Empfindet es das Lesen als anstrengend und berichtet davon, dass die Buchstaben tanzen oder verschwimmen? Schreibt es Wörter immer wieder unterschiedlich falsch, obwohl sie schon häufig geübt wurden? Oder verdreht es Buchstaben oder lässt Endungen weg? Dann sollten Sie wachsam sein und die Entwicklung aufmerksam beobachten. Dies könnten Symptome von Legasthenie (LRS) sein.
Es gibt einige charakteristische Probleme beim Lesen und in der Rechtschreibung, die jedoch nicht alle gleichzeitig vorhanden sein müssen und in unterschiedlicher Ausprägung auftreten können. Dazu gehören beim Lesen unter anderem das Auslassen, Verdrehen oder Hinzufügen von Wörtern oder Wortteilen sowie Probleme beim Verbinden von Lauten. Eine niedrige Lesegeschwindigkeit verbunden mit häufigem Stocken, dem Verlieren der Zeile im Text und langes Zögern beim Vorlesen sind ebenso kennzeichnend für Menschen mit Lese- Rechtschreibstörung wie das Vertauschen von Wörtern im Satz oder von Buchstaben in den Wörtern. Ebenfalls können Schwierigkeiten im Leseverständnis auftreten, das heißt, die Kinder können Gelesenes nicht wiedergeben, daraus keine Schlüsse ziehen oder Zusammenhänge erkennen und verwenden beim Beantworten von Fragen zu einem Text ihr Allgemeinwissen anstelle von Textinformationen.
In der Rechtschreibung finden sich einige Merkmale der Legasthenie wieder. Die Kinder verwechseln häufig ähnlich klingende Laute, vertauschen die Reihenfolge der Buchstaben in einem Wort oder lassen einzelne Buchstaben weg, da eine Zuordnung des wahrgenommenen Lautes zum passenden Buchstaben schwer fällt. Lange und kurze Vokale können häufig nicht unterschieden werden, sodass es zu vielen Fehlern in der Dehnung und Schärfung kommt. Besonders charakteristisch für Legasthenie ist die Fehlerinkonsistenz beim Schreiben, das heißt, identische Wörter werden immer wieder anders falsch geschrieben und das trotz häufigen Übens sowohl bei Diktaten als auch beim Abschreiben.

Wie helfen die Therapeuten im SCHULWERK?

Im SCHULWERK Hamburg arbeiten wir auch im Bereich der Legasthenie-Therapie nach ausführlicher Diagnostik individuell sowohl an den Ursachen als auch an den Symptomen der Legasthenie. Mit Hilfe des Warnke- Verfahrens können Abläufe der zentralen Hörverarbeitung, die so genannten Low-Level Funktionen trainiert und automatisiert werden. Diese bilden die erforderlichen Grundfertigkeiten zum sicheren Verarbeiten von Sprache. Auf der Symptomebene nutzen wir strukturierte Trainings zum sicheren Erwerb von Rechtschreibstrategien, wie z.B. "Die lautgetreue Lese- Rechtschreibförderung" nach Reuter-Liehr oder das "Marburger Rechtschreibtraining". Mittels positiver Verstärkung wird in der Therapie der Lese- Rechtschreibstörung zudem die Entwicklung neuer Arbeitsstrategien und Herangehensweisen bestärkt, sodass der Transfer auf den aktuellen Schulstoff möglich ist. Im Gegensatz zur Nachhilfe wird der aktuelle Schulstoff nur in Ausnahmefällen in die Legasthenie-Therapie einbezogen, denn häufig müssen die Kinder erst die Grundfertigkeiten für den Schriftspracherwerb erlangen, bevor dies überhaupt möglich ist.

Unsere Angebote

  • SCHULWERK Norderstedt
  • Foto © cooky86/fotolia.com
  • Foto © Christian Schwier/fotolia.com